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Etwas über Unterstützte Kommunikation...


Wer nicht sprechen kann, hat trotzdem etwas zu sagen.....

Wie geht es Dir, wenn Du jemanden triffst, der nicht sprechen kann?

Vielleicht müht er sich ab, bringt einige Laute hervor - aber Du verstehst ihn nicht! Vielleicht verzerrt er sein Gesicht , weil es ihm so große Mühe macht und Du weißt nicht, ob Du wegsehen oder ihn ansehen sollst - aufmunternd sozusagen, so als ob er wissen soll, dass Du geduldig bist und abwartest. Denkst Du „Armer Kerl!“ oder „Hoffentlich kriegt er gleich was raus.“? Die Situation ist vertrackt, und es gibt fast gar keine Möglichkeit es richtig zu machen.

Der Wunsch nach Kommunikation ist uns Menschen angeboren und nach einiger Zeit lernt jedes Kind – fast von allein – mehr oder minder gut zu sprechen. Aber bevor die Sprache da ist, kann sich ein Kleinkind schon über Gesten, über Mimik, über Zeigen und durch Geräusche verständigen..

- Es nimmt deine Hand und zieht dich zu seinem Teddy...

- Es sieht seine Schuhe und zeigt auf seine Füße..

- Es zeigt auf ein Brötchen und macht den Mund auf...

Es versteht schon viele, viele Dinge, bevor es selbst auch nur einen Laut selbst produzieren kann

Das kann auch ein Mensch, der selbst nicht sprechen kann. In verschiedenem Maße natürlich, je nachdem, was für eine Behinderung vorliegt.

Was können wir tun, um solch einem Kind zu helfen sich in seiner Umgebung und mit seinen engsten Menschen besser mitteilen zu können?

Als erstes müsst ihr eine Form finden, euch zu verständigen, sei es durch Handheben, Handbewegen, Kopfnicken, Zwinkern, Zeigen. Vielleicht beginnt ihr mit einem vereinbarten Zeichen für „Ja“ und „ Nein“ oder „Gut“ und „Schlecht“. Das Bedürfnis, sich zu verständigen wird größer werden, je mehr Zeichen ihr habt und Du musst mehr Möglichkeiten finden. Das kann l-a-a-a-a-nge dauern, Wochen, Monate oder sogar Jahre. Rechne nicht mit Schnelligkeit.


Du hast schon von Gebärden gehört.? Gut. Dann probiere sie aus. Wenn dein Partner seine Hände und Arme bewegen kann und das schafft, ist es eine gute Möglichkeit, sich zu verständigen. Ein bisschen Gedächtnis und Kombinationsgabe gehören auch noch dazu, dann könnte es klappen.


Erkennt dein Kind Bilder? Es gibt Bildersammlungen, mit denen Du Wörter, Mitteilungen und sogar ganze Sätze zusammenstellen kannst. Es gibt Systeme mit abstrakten Zeichen wie BLISS, die international angewendet werden.

Bilder mit den dazugehörigen Worten werden auch in elektronischen Geräten benutzt. Bei den sogenannten Talkern leihst Du dem Benutzer deine Stimme und sprichst die zu den Bildern gehörigen Wörter.

Durch das Drücken einer oder mehrerer Tasten kann der Benutzer die Wörter, die er gerade braucht, abrufen. Je nach Komplexität des Geräts kann es wenige oder viele Wörter und Sätze speichern. Das ist nicht leicht zu erlernen und kostet Zeit und erfordert viel Arbeit.

Kann dein Kind lesen? Dann benutze eine Buchstabentafel und buchstabiere Wörter. Oder ihr könnt einen Computer benutzen, der den individuellen Bedürfnissen angepasst wird.

Es gibt mittlerweile eine Fülle von verschiedenen Systemen, Geräten, individuellen Anpassungen, Tasten und Ansteuerungshilfen. Da verliert man leicht den Überblick.

Aber alle zusammen, Eltern, Lehrer, Erzieher und andere Menschen und nicht zuletzt das Kind, der Benutzer, können es schaffen.

Auch wer nicht zählen kann, zählt mit.


Johanna Müller - Taschendorf